Digital Corporate: Not trifft Elend. Oder doch nicht?

Ein Beitrag von Christian Daul, Creative Managing Director, Kastner & Partners
Quelle: BoB Buch 2014

Man muss sich den Namen der Kategorie bewusst durch den Kopf gehen lassen: Digital Corporate.
Das bedeutet doch im Klartext, dass businessrelevante und komplexe Unternehmensinhalte in digitalen Kanälen stattfinden – Digital also nicht nur repräsentative Funktionen (wie im schönen Wort Internetpräsenz) oder additive Funktionen (wir haben auch einen Twitter-Account mit den Links zur Pressemeldung) erfüllt. Kann es einen schöneren Beweis für die allumfassende Bedeutung des Webs geben als den Begriff Digital Corporate? Das werden wir noch sehen.

Obwohl es mittlerweile zum guten Ton gehört zu sagen, dass „heute alles digital ist“ und man natürlich „die digitale Entwicklung umarmt“, ist doch immer eine gewisse Skepsis und ein Zögern im B2BSektor erkennbar. Das ist teilweise recht verständlich, denn in den Ohren eines vertriebs- und ergebnisorientierten Verantwortlichen klingt „Digital Corporate“ mitunter eher wie Minus mal Minus, das nicht Plus, sondern Doppelminus ergibt. Frei nach dem Motto: Digital verkauft nichts und Corporate ist Imagegedöns. Also Imagemaßnahmen, die keiner braucht, in einem Medium, wo sie keiner findet. Und wer kennt sie nicht: die preisleistungsstark produzierten Imagevideos von deutschen B2B-Mittelständlern mit nicht ganz so videogenem Firmeninhaber und Fahrstuhlmusik, die bei YouTube ihr Dasein mit 236 Views fristen? 190 davon von Mitarbeitern und deren Familien.
Da klingt Digital Corporate auf einmal nicht mehr ganz so gut.
In solchen Fällen kann es eigentlich kaum verwundern, dass den digitalen Kanälen bisweilen der Nachweis einer echten Effektivität aberkannt wird. Weil man sich in falschem Aktionismus und oft auch falscher Beratung in der Unübersichtlichkeit der digitalen Möglichkeiten verrannt hat. Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber genau wie in allen anderen Kommunikationsarten in der Frage: wen will ich warum und wie womit erreichen? Das wird in digitalen Kanälen etwas mehr Mühe und Aufwand kosten. Man muss sich nämlich die Leistungskennzahlen aus einer Vielzahl möglicher Parameter selbst definieren und das ist anstrengender als beispielsweise die Ermittlung eines TKP. Corporate wiederum hat einen PR-BuzzwordKlang und begleitet oft die PflichtUnternehmensthemen wie Corporate Identity, Corporate Governance oder CSR. Gefühlt könnte man also sagen: Not (im Sinne von Zwang) trifft Elend (im Sinne von Mühe). Jetzt klingt Digital Corporate irgendwie überhaupt nicht mehr gut. Dass es aber anders geht, zeigen die Nominierten und Gewinner des BoB Awards 2014.
Denn richtig eingesetzt ist Digital Corporate ein doppeltes Plus und eine unverzichtbare Grundlage für zukünftige Unternehmenserfolge.

Der BoB Award 2015 ist ausgeschrieben – Hier einreichen!

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